Die Quintessenz der
Apokalypse liegt in den Worten des Prologes "Siehe, er kommt...", die von der
Wiederkunft Christi im Übersinnlichen sprechen. Dieses Ereignis hat in der Tat das
Weltgericht zur Folge, aber nicht so, wie es sich die
mittelalterliche Dogmatik vorstellte. Es bedeutet vielmehr das Nahen einer ganzen
geistigen Sphäre, was von der Menschheit einen Bewusstseinswandel erfordert. Hier
scheiden sich die Geister, und hier liegt die Aktualität des Buches. Deutlich bemerkbar
sind in den kulturzerstörenden Niedergangskräften unserer Zivilisation Anzeichen dessen,
was die Apokalypse den "Sturz Babylons" nennt. Demgegenüber steht das
"himmlische Jerusalem", das durch die Durchgeistigung des Irdischen geschaffen
wird. Überzeugend stellt Emil Bock dar, dass die Menschheit an sich selbst das
Weltgericht vollzieht: Es liegt in der Freiheit des einzelnen, sich am Bau der neuen Welt
zu beteiligen. Die auseinanderklaffende Zweiheit von Babylon und Jerusalem am Ende der
Apokalypse ist eine eindringliche Lehrtafel für das falsche und das richtige
"Bauen". Durch wahre christliche Geistigkeit und Lebensgesinnung kann der
Mensch in alles irdische Denken und Handeln die Kräfte einfliessen lassen, die eine
geistige Kultur der Zukunft ermöglichen.
(Quellen: Verlag Urachhaus, Emil Bock/Werner
Pfendsack "Der Herr ist nahe", Verlag Reinhard, Basel) - Die beiden in Klammern
angeführten Bemerkungen sind persönlicher Art und nicht in den Quellen zu finden.)
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